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Treppensteigen ist Fitnesstraining und Wellnessprogramm – im Alltag integriert, an der frischen Luft und gratis.


St.Gallen ist eine wahre Stägestadt: rund 13’000 Treppenstufen für knapp 80’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Man würde also die gesamte Stadtbevölkerung auf die öffentlichen Treppen kriegen, wenn alle nah zusammenstehen und sich etwa zu sechst eine Stufe teilen würden.

Das Projekt „Stägestadt“ wird Stufe um Stufe und mit Einbezug der Bevölkerung weiterentwickelt werden. Die Treppen als Wahrzeichen der Stadt sollen Einheimische und Touristen zum Erkunden locken.

„Stägestadt“ hat am 11. April 2019 den IBK-Preis in der Kategorie „Kreativität“ gewonnen. Von 104 eingereichten Projekten für Gesundheitsförderung und Prävention wurden 25 nominiert und aus diesen wurde von einer Fachjury der „Internationalen Bodensee-Konferenz“ (IBK) je ein Siegerprojekt in vier Bereichen bestimmt.

Medienberichte

IBK-Preis 2019

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Aktuellster Newsletter vom 11.7.2019

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Treppe des Monats: Gesstreppe (aus dem Archiv)

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Sie ist wohl eine der meistbenutzten Treppen der Stadt – und hat eine Vergangenheit. Heute bummeln Badegäste aus der Stadt über das Dreilindengässlein (ebenfalls eine Treppe) und die Gesstreppe zu den Drei Weieren. Oben kann man die Aussicht geniessen und Sportler bewundern, welche die Treppe als kostenloses Fitnessgerät fürs Rennen oder Hüpfen nutzen. Schon im 19. Jahrhundert führte eine Treppe die Gesshalde (= Weideland) hinauf. Sie wurde zu dieser Zeit auch „Lindenhügeltreppe“ genannt und führte auch zum Haus an der heutigen Gesstreppe 1. Hier richtete 1843 ein Johannes Dürmüller laut Inserat im „St.Galler Tagblatt“ vom 29. Mai jenes Jahres ein „wohlbekanntes Mineralbad zum Lindenhügel“ ein. So richtig boomte das Kuretablissement wohl nicht. Auch war das schweisstreibende Treppensteigen zu jener Zeit noch nicht angesagt. Das wundersame Wasser stammte übrigens aus der immer noch sprudelnden Quelle hinter dem Haus. 1875 wurde im selben Gebäude die Speisewirtschaft Zum Bellevue eröffnet. Um 1880 wurde der Badebetrieb eingestellt, später schloss auch die Wirtschaft.

Text: Fredi Hächler; Fotos: Klaus Stadler

Im September 2019 erscheint das nächste Treppenrätsel.

Archiv

 

Panel 1

Karte & Fotos

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Die hier verlinkte, mit Informationen und Fotos angereicherte Stägestadtkarte wird laufend ergänzt. Eine auch smartphone-taugliche Version mit unterschiedlichen Darstellungen findet sich hier. Die längste Treppe der Stadt ist übrigens der Falkenburgweg mit 529 Stufen.

Wer sich zufällig ausgewählte Fotos von St.Galler Treppen anschauen möchte, aktualisiert immer wieder die Startseite. Weitere Bilder unseres Fotografen Klaus Stadler entdeckt man hier.

Panel 2

Aktionen & Projektideen

Vorschau

„St.Gallen-Bodensee Tourismus“ bietet öffentliche Stägestadt-Führungen an:

  • Samstag, 20. Juli 2019, 14 bis 16 Uhr
  • Freitag, 9. August 2019, 17 bis 19 Uhr

Es können auch Privatführungen gebucht werden.

 

Am Sonntag, 8. September 2019 findet der 2. Stägestadt-Tag statt. Auf zwei benachbarten Treppen in Richtung Drei Weieren gibt es zwischen 11 und 15 Uhr ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Der Brauersteig wird für die sportlichen Aktivitäten genutzt, auf der Gesstreppe wird Kulturelles geboten. Ein Programmpunkt dauert jeweils eine Viertelstunde, die anschliessende fünfminütige Pause reicht, um zur anderen Treppe zu wechseln. Die Teilnahme ist kostenlos.

GesstreppeBrauersteig

Programm_Staegestadt-Tag_2019

Flyer zum 2. Stägestadt-Tag mit weiteren Informationen (ab dem 10. August 2019 auch ausgedruckt bei der Tourist Information an der Bankgasse 9 in St.Gallen erhältlich)

Flyer zum integrierten Stägerenne

 

Rückblick

Treppen_im Film_18.3.2019

Vielen Dank für die interessanten und erfrischenden Referate und Filmausschnitte vor über 50 Besucherinnen und Besuchern!

 

Strahlende Sonne, strahlende Gesichter: Der erste Stägestadt-Tag vom Sonntag, 9.9.18 ist zur grossen Zufriedenheit der Projektgruppe verlaufen. Herzlichen Dank für die sehr positiven Rückmeldungen!

St.Galler_Tagblatt_10.9.2018

St.Galler Tagblatt, 10.9.2018

 

Weitere Ideen sind in der Entwicklungsphase.

Panel 3

Wissenswertes & Merkwürdiges

Dateien

Links

Panel 4

Botschafter & Kontakt

Staegestadt-Projektgruppe
Die „Stägestadt“-Projektgruppe (von links nach rechts): Willi Dahinden, Patrick Fust, Klaus Stadler, Judith Ammann, Fredi Hächler, Marcel Thoma; auf dem Bild fehlt Marco Hermann

Botschafterin Jelena Gernert, Videojournalistin und KamerafrauJelena_Gernert„Die Treppen bestimmen meine Wege, seitdem ich in St.Gallen lebe. Zuerst waren der Speicherweg und die Gesstreppe mein Weg ins Grüne und zur schönen Aussicht. Heute gehört ein Stück der Berneggtreppe zu meinem täglichen Arbeitsweg. In St.Gallen habe ich gelernt, dass Velofahren, wie ich es in anderen Städten meistens gemacht hatte, oft Umwege bedeutet. Denn der direkte Weg geht über die Treppe. Und ich habe den Charme der Treppen in den verschiedenen Jahreszeiten lieben gelernt: umrahmt von blühenden Büschen im Frühling, als schattige Plätze im Sommer, mit raschelnden oder schlüpfrigen Blättern überdeckt im Herbst und vom Schnee zugedeckt im Winter. Die verwunschene Wintertreppe, die unter dem Schnee kaum mehr sichtbar ist, gefällt mir am besten. Dann stelle ich mir immer vor, wie es jetzt wäre, die vom Schnee geebnete Treppe mit den Skiern hinunterzufahren.“

Sabeth Holland, KünstlerinSabeth_Holland„Ich wohne und arbeite im „Blauen Himmel“ an der Fellenbergstrasse. Das Gebäude ist in den Hang terrassiert und ist ein richtiges Treppenparadies mit unzähligen Varianten. Ich selber bewege mich täglich auf mehr als 203 Treppenstufen. Allein vom Briefkasten zu meinem Dachgärtli sind es 118 Tritte. Einmal vom Atelier an den Computer und zurück bedeutet, 116 Stufen zu bewältigen. Und von meiner Haustüre über die Aussentreppe zur Strasse hinunter sind es 53 Betontritte. Ich bin ganz schön fit und freue mich jeden Tag aufs Neue, dass ich dieses Auf und Ab frei, spielerisch und variantenreich bewältigen kann. Es gab eine andere Zeit, wo ich die Treppen im Haus auf dem Hintern zu überwinden hatte und ohne funktionierenden Lift wie Rapunzel im Wohnturm gefangen war. So eingeschränkt geht einem viel durch den Kopf. Heute ist für mich das Treppensteigen eine Art von Fliegen und eine Inspiration.“

Botschafter Albert Nufer, StadtoriginalAlbert_Nufer
„Das Reinigen der Treppen zu den Drei Weieren gehörte von Frühling bis Herbst zu meiner Arbeit als Angestellter der Stadt – früher mit dem Besen, dann mit dem Laubbläser. Im Winter war diese Arbeit manchmal brutal hart – bei Sturmwind und Schneesturm, 10 bis 20 Grad unter Null. Als Pensionär steige ich diese Treppen nun zum Schwimmen hoch, bei Regenwetter nutze ich sie als Fitnesstraining. Die Treppen zum Kinderfestplatz benütze ich im Winter, die Langlaufski geschultert oder um dann oben an der Sonne zu sitzen.“

Botschafter Markus Piasente, ElektrikerMarkus_Piasente
„Ich wurde in St.Gallen geboren und wuchs im Riethüsli-Quartier auf. Auf meinem Schulweg gab es auch eine Treppe, nämlich den Gerhardtweg. Dass da aber noch mehr Treppen in St.Gallen waren, wusste ich damals nicht. Seit ich wieder in St.Gallen wohne und arbeite, kann ich meinen Arbeitsweg und das Training problemlos miteinander verbinden. Ich laufe (fast) täglich nach der Arbeit durch die Stadt nach Hause. Dadurch kam ich immer wieder mit verschiedenen Treppen in Berührung. Spätestens seit den Vorbereitungen für meinen St.Galler Treppenlauf sind sie ein fester Bestandteil meines Lauftrainings geworden. Ich laufe bei jeder Witterung auf den Treppen. Es gibt Tage, da laufe ich nur eine einzige Treppe. Das kommt aber eher selten vor. Meistens sind es mehr als zehn Stück. Das Abwärtslaufen bereitete mir am Anfang sehr viel Mühe, doch nach vielen Tausend Stufen geht auch das sehr gut. Anfangs war der Fluhweg meine Lieblingstreppe, jetzt habe ich jedoch keinen Favoriten mehr. Mir gefallen sie alle.“

Botschafter Marcus Schäfer, SchauspielerMarcus_Schaefer
„Sommers wie winters sind die Stäge mir eine liebgewonnene Verbindung zwischen Alltag und Erholung, Arbeit und Freizeit, Enge der Stadt und freiem Ausblick über Hügel und Bodensee. Ich schätze die Herausforderung, möglichst flott hinaufzukommen, und geniesse besonders das leichtfüssige Hinuntertraben nach einem schönen Spaziergang, einem schweisstreibenden Lauf oder einem erfrischenden Bad in den Weieren. Das alles direkt vor der Haustür zu haben, ist für mich ein richtiger Glücksfall.“

Botschafter Karl Schimke, MusikerKarl_Schimke
„Von 1998 bis 2012 wohnte ich mit meiner Familie an der Tigerbergstrasse. Während diesen 14 Jahren war das Dohlengässlein im Abschnitt Tigerbergstrasse/Müller-Friedberg-Strasse meine Haustreppe. Unzählige Male bin ich rauf- und runtergelaufen und mir gefiel diese abwechslungsreiche Strecke immer. Von den steilen Steintreppen oben an der Tigerbergstrasse über die geschwungene S-Kurve mit den lang gezogenen Stufen, am flachen Abschnitt der Eschenstrasse vorbei und dann die Holztreppe runter bis zum Zebrastreifen an der Müller-Friedberg-Strasse: Das Dohlengässlein hat alles!
Meine Wahrnehmung der Treppe hat sich über die Zeit auch komplett verändert, meine erste Besteigung war zusammen mit meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau Katrin. Mit den Jahren kamen die beiden Töchter dazu und sie haben uns gezwungen, die Treppe im Schneckentempo zu erkunden. Da habe ich erst die Regenrillen wahrgenommen, welche die Treppe beidseitig begleiten. Ich habe mit den Kindern den abenteuerlichen Weg jenseits des Handlaufs entdeckt. Wir haben den lauschigen, schattigen Abschnitt um die S-Kurve im Sommer genossen und eine Pause beim Bänkli eingelegt. Und ich habe gefühlte Stunden damit verbracht, die Kinder für die letzten paar Stufen bis zur Tigerbergstrasse hinauf zu motivieren.
Als Gegenpol zu dieser Langsamkeit dienten meine Wege zur Arbeit. Da bin ich oft ein paar Minuten zu spät aus dem Haus gegangen und wusste, es kommt auf jede Minute an. Das Dohlengässlein ist dann zu einer spannenden Rennstrecke geworden: im oberen Teil zwei oder drei Stufen auf einmal nehmend, um dann die lang gezogene Treppe in einem galoppartigen Rhythmus hinunterzustürzen …“

Botschafter Nicolas Senn, Hackbrettler und Moderator
Nicolas_Senn„Dass St.Gallen eine „Stägestadt“ ist, wurde mir erst am Infotag an der Universität St.Gallen bewusst. Zusammen mit einigen Kanti-Kollegen besuchte ich die Uni zum ersten Mal. Um dorthin zu gelangen, wählten wir spontan die Schlösslitreppe, um an deren Ende zu merken, dass der HSG-Campus einige Hundert Meter weiter nordöstlich liegt. Trotzdem bin ich diesen Weg auch in den folgenden Jahren meines Wirtschaftsstudiums immer mal wieder gegangen. Die spezielle, lauschige Stimmung auf dem Weg zur Uni und die morgendliche Bewegung weckten meinen Körper und meine Kreativität. So entstand auf der Schlösslitreppe auch die Grundmelodie meines Stücks „Morgestimmig 456“. Die Zahl kommt daher, dass ich auf dem Weg zwischen Bahnhof und Uni jeweils 456 Treppenstufen zurücklegte.“

Botschafter Roland Stieger, typografischer GestalterRoland
„Jede Treppe ist ein Angebot. Schritt um Schritt, Tritt um Tritt, im Rhythmus des Atems steige ich hoch. Gedanken lösen sich aus Schlaufen und Windungen. Das Emporsteigen mag ich mehr als das Hinuntersteigen, das hängt vielleicht mit meinem Namen zusammen. Abwärts renne ich meist zu einem Termin oder auf den Zug und komme ausser Atem. Hinauf gehe ich langsam, ich habe Zeit zum Nachdenken, ich geniesse die Zeit nur für mich, empfinde dies als eine Art Meditation. Belohnt werde ich mit einem schönen Blick über die Stadt und darüber hinaus, über den Rosenberg, dahinter die silberne Linie des Bodensees, über die Grenzen.“

Botschafter Alex Truniger, RentnerAlex_Truniger
„Nach meiner Pensionierung im Jahr 2007 wollte ich St.Gallen noch besser kennenlernen. In unzähligen wunderschönen Wanderungen erkundete ich die herrliche Natur und viele spannende Wege. Auf Quartierswanderungen traf ich auch immer wieder unbekannte Treppen an. Dies weckte in mir den Plan, alle offiziellen Treppen der Stadt zu besteigen. Dabei stiess ich auf das Projekt „Stägestadt“, dank dem ich dann die nötigen Informationen und das Treppenverzeichnis hatte. In mehreren Nachmittagswanderungen erklomm ich sämtliche aufgelisteten Treppen mit insgesamt rund 13’000 Stufen und legte dabei rund 90 Kilometer zurück. Ich entdeckte die verschiedenen Quartiere mit ihrem eigenen Charakter und den zahlreichen mir unbekannten Treppen. Es war sehr spannend und teilweise auch anspruchsvoll, die Wanderrouten so zu gestalten, dass ich möglichst viele Treppen auf der gleichen Tagestour integrieren konnte. Die Anzahl und Vielfalt der Treppen haben mich sehr beeindruckt und ich bin nun froh und glücklich, alle rund 140 Treppen unserer Stägestadt kennengelernt und bestiegen zu haben.“

Wer das Projekt „Stägestadt“ ideell, tatkräftig oder finanziell unterstützen und damit weiterverbreiten möchte, kann sich bei Patrick Fust, dem Leiter der Projektgruppe, melden. Man kann sich auch an ihn wenden, wenn man einen Anlass auf den Treppen organisieren möchte und dafür Unterstützung sucht.

Patrick Fust
Hebelstrasse 10
CH-9000 St.Gallen (Schweiz)
patrick.fust@bewegung-in-die-schule.ch
+41 71 222 83 38