Herzlich willkommen

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Treppensteigen ist Fitnesstraining und Wellnessprogramm – im Alltag integriert, an der frischen Luft und gratis.


St.Gallen ist eine wahre Stägestadt: rund 13’000 Treppenstufen für knapp 80’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Man würde also die gesamte Stadtbevölkerung auf die öffentlichen Treppen kriegen, wenn alle nah zusammenstehen und sich etwa zu sechst eine Stufe teilen würden.

Das Projekt „Stägestadt“ wird Stufe um Stufe und mit Einbezug der Bevölkerung weiterentwickelt werden. Die Treppen als Wahrzeichen der Stadt sollen Einheimische und Touristen zum Erkunden locken.

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Treppen des Monats Januar 2019: Bergtreppe/Bergstrasse

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Schon vor mehreren Hundert Jahren war das Trassee der heutigen Bergtreppe die einzige Strasse von der Altstadt den Rosenberg hinauf, vom Müllertor zum späteren Kinderfestplatz. Mit der Überbauung des Rosenbergs verschwand sie immer mehr. Nur ein kleiner Teil blieb erhalten, den man nun „Bergstrasse“ nannte. Um 1910 wurde auch der untere Teil in die „Bergtreppe“ umgewandelt. Die Treppe mit ihren heute 310 Stufen führt von der Müller-Friedberg-Strasse auf Holz zur Redingstrasse. Wie weiter? Das fragte sich die Stadtverwaltung nach 1960 auch. Bis anhin hatte die schon immer steil angelegte Bergstrasse zur Winkelriedstrasse geführt. Dann aber wurde die Bergstrasse ein letztes Mal verkürzt und als städtisches Novum stellte man ihr eine Treppe mit 138 Steinstufen zur Seite – sozusagen die „Bergstrassentreppe“. Hermann Bauer lobte sie mit Foto in der „Ostschweiz“ vom 7. August 1965 in den höchsten Tönen: „Es gibt in unserer Stadt aber nicht nur altmödige Holztreppen, sondern auch moderne, steinerne, die bequemer aufsteigen, wie die Bergtreppe.“ Oben mündet die Treppe ins Knottergässlein in Richung Kinderfestplatz. Alles klar? Von oben folgt man dem Knottergässlein, bei der Winkelriedstrasse steht die Tafel „Bergstrasse“, dem Gässchen folgt man mehrere Stufen und nun liegt die Bergstrasse mit Treppe (oder die Treppe mit Bergstrasse) vor einem. Bei der Redingstrasse sucht man den nächsten Einstieg zur Bergtreppe und steht später auf dem Blumenbergplatz. Alle drei Jahre erklimmen Hunderte die Bergtreppe von unten nach oben – am Kinderfest, wenn die Besucherinnen und Besucher nach dem Umzug über die Rosenbergtreppen zum Festplatz spazieren.

Text: Fredi Hächler; Fotos: Klaus Stadler

Archiv

Panel 1

Karte & Fotos

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Die hier verlinkte, mit Informationen und Fotos angereicherte Stägestadtkarte wird nun laufend ergänzt. Eine auch smartphone-taugliche Version mit unterschiedlichen Darstellungen findet sich hier.

Wer sich zufällig ausgewählte Fotos von St.Galler Treppen anschauen möchte, aktualisiert immer wieder die Startseite. Weitere Bilder unseres Fotografen Klaus Stadler entdeckt man hier.

Panel 2

Aktionen & Projektideen

Strahlende Sonne, strahlende Gesichter: Der erste Stägestadt-Tag vom Sonntag, 9.9.18 ist zur grossen Zufriedenheit der Projektgruppe verlaufen. Herzlichen Dank für die sehr positiven Rückmeldungen!

St.Galler_Tagblatt_10.9.2018

St.Galler Tagblatt, 10.9.2018

 

Flyer zum Stägestadt-Tag als PDF-Datei

„St.Gallen-Bodensee Tourismus“ bietet seit Oktober 2018 eine Stägestadt-Führung an.

Weitere Ideen sind in der Entwicklungsphase.

Panel 3

Wissenswertes & Merkwürdiges

Dateien

Links

Panel 4

Botschafter & Kontakt

Staegestadt-Projektgruppe
Die „Stägestadt“-Projektgruppe (von links nach rechts): Willi Dahinden, Patrick Fust, Klaus Stadler, Judith Ammann, Fredi Hächler, Marcel Thoma; auf dem Bild fehlt Marco Hermann

Botschafter Marcus Schäfer, SchauspielerMarcus_Schaefer
„Sommers wie winters sind die Stäge mir eine liebgewonnene Verbindung zwischen Alltag und Erholung, Arbeit und Freizeit, Enge der Stadt und freiem Ausblick über Hügel und Bodensee. Ich schätze die Herausforderung, möglichst flott hinaufzukommen, und geniesse besonders das leichtfüssige Hinuntertraben nach einem schönen Spaziergang, einem schweisstreibenden Lauf oder einem erfrischenden Bad in den Weieren. Das alles direkt vor der Haustür zu haben, ist für mich ein richtiger Glücksfall.“

Botschafter Karl Schimke, MusikerKarl_Schimke
„Von 1998 bis 2012 wohnte ich mit meiner Familie an der Tigerbergstrasse. Während diesen 14 Jahren war das Dohlengässlein im Abschnitt Tigerbergstrasse/Müller-Friedberg-Strasse meine Haustreppe. Unzählige Male bin ich rauf- und runtergelaufen und mir gefiel diese abwechslungsreiche Strecke immer. Von den steilen Steintreppen oben an der Tigerbergstrasse über die geschwungene S-Kurve mit den lang gezogenen Stufen, am flachen Abschnitt der Eschenstrasse vorbei und dann die Holztreppe runter bis zum Zebrastreifen an der Müller-Friedberg-Strasse: Das Dohlengässlein hat alles!
Meine Wahrnehmung der Treppe hat sich über die Zeit auch komplett verändert, meine erste Besteigung war zusammen mit meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau Katrin. Mit den Jahren kamen die beiden Töchter dazu und sie haben uns gezwungen, die Treppe im Schneckentempo zu erkunden. Da habe ich erst die Regenrillen wahrgenommen, welche die Treppe beidseitig begleiten. Ich habe mit den Kindern den abenteuerlichen Weg jenseits des Handlaufs entdeckt. Wir haben den lauschigen, schattigen Abschnitt um die S-Kurve im Sommer genossen und eine Pause beim Bänkli eingelegt. Und ich habe gefühlte Stunden damit verbracht, die Kinder für die letzten paar Stufen bis zur Tigerbergstrasse hinauf zu motivieren.
Als Gegenpol zu dieser Langsamkeit dienten meine Wege zur Arbeit. Da bin ich oft ein paar Minuten zu spät aus dem Haus gegangen und wusste, es kommt auf jede Minute an. Das Dohlengässlein ist dann zu einer spannenden Rennstrecke geworden: im oberen Teil zwei oder drei Stufen auf einmal nehmend, um dann die lang gezogene Treppe in einem galoppartigen Rhythmus hinunterzustürzen …“

Botschafter Roland Stieger, typografischer GestalterRoland
„Jede Treppe ist ein Angebot. Schritt um Schritt, Tritt um Tritt, im Rhythmus des Atems steige ich hoch. Gedanken lösen sich aus Schlaufen und Windungen. Das Emporsteigen mag ich mehr als das Hinuntersteigen, das hängt vielleicht mit meinem Namen zusammen. Abwärts renne ich meist zu einem Termin oder auf den Zug und komme ausser Atem. Hinauf gehe ich langsam, ich habe Zeit zum Nachdenken, ich geniesse die Zeit nur für mich, empfinde dies als eine Art Meditation. Belohnt werde ich mit einem schönen Blick über die Stadt und darüber hinaus, über den Rosenberg, dahinter die silberne Linie des Bodensees, über die Grenzen.“

Botschafter Alex Truniger, RentnerAlex_Truniger
„Nach meiner Pensionierung im Jahr 2007 wollte ich St.Gallen noch besser kennenlernen. In unzähligen wunderschönen Wanderungen erkundete ich die herrliche Natur und viele spannende Wege. Auf Quartierswanderungen traf ich auch immer wieder unbekannte Treppen an. Dies weckte in mir den Plan, alle offiziellen Treppen der Stadt zu besteigen. Dabei stiess ich auf das Projekt „Stägestadt“, dank dem ich dann die nötigen Informationen und das Treppenverzeichnis hatte. In mehreren Nachmittagswanderungen erklomm ich sämtliche aufgelisteten Treppen mit insgesamt rund 13’000 Stufen und legte dabei rund 90 Kilometer zurück. Ich entdeckte die verschiedenen Quartiere mit ihrem eigenen Charakter und den zahlreichen mir unbekannten Treppen. Es war sehr spannend und teilweise auch anspruchsvoll, die Wanderrouten so zu gestalten, dass ich möglichst viele Treppen auf der gleichen Tagestour integrieren konnte. Die Anzahl und Vielfalt der Treppen haben mich sehr beeindruckt und ich bin nun froh und glücklich, alle rund 140 Treppen unserer Stägestadt kennengelernt und bestiegen zu haben.“

Wer das Projekt „Stägestadt“ ideell, tatkräftig oder finanziell unterstützen und damit weiterverbreiten möchte, kann sich bei Patrick Fust, dem Leiter der Projektgruppe, melden. Man kann sich auch an ihn wenden, wenn man einen Anlass auf den Treppen organisieren möchte und dafür Unterstützung sucht.